Die Herrin der Lettern von Sophia Langner

Unterhaltsames, akribisch recherchiertes, absolut lesenswertes Romandebüt

Buchcover Die Herrin der Lettern von Sophia Langner

Die Herrin der Lettern

Inhalt

Dieser großartige historische Roman spielt im Jahr 1554/55 in Tübingen. Hier betreibt Ulrich Morhart erfolgreich die einzige Druckerei Württembergs. Als dieser überraschend im Sterben liegt, vermacht er sein Lebenswerk seiner zweiten Frau Magdalena, sowie seinem Sohn Ulrich aus erster Ehe. Ulrich, der Jüngere ist davon gar nicht begeistert und will seine Stiefmutter aus dem Geschäft drängen. Doch Magdalena gibt so schnell nicht auf, sie kämpft für sich und ihre leiblichen Kinder ums Überleben.

Es ist ein harter Kampf in einer Zeit, in der sich Frauen eher unterordnen sollten. So hat Magdalena immer wieder viele Widrigkeiten zu überwinden. Doch sie ist stark und hat einen eisernen Willen. Als es endlich einen kleinen Lichtstreif am Horizont für sie zu geben scheint, bricht in Tübingen die Pest aus. Wird sie auch diesen Kampf überstehen?

Meine Meinung

Als Buchliebhaberin, besonders auch als begeisterte Leserin von historischen Romanen, hat mich dieses Buch aufgrund des Klappentextes und einer Leseprobe sofort angesprochen. Ich habe also mit großen Erwartungen die Lektüre begonnen und wurde in keiner Weise enttäuscht.

Die Geschichte beruht auf wahren Begebenheiten. Die Druckerei, Magdalena, ihren Mann und einige andere Protagonisten (hierzu gibt es am Anfang ein hilfreiches Personenregister) hat es tatsächlich gegeben. Beim Lesen merkt man immer wieder, wie hervorragend die Geschichte recherchiert wurde. Es gibt eine Menge interessante Informationen und Einblicke (insbesondere natürlich im Bereich der Druckkunst und allem, was damit zusammenhängt), die quasi wie nebenbei in die Handlung mit eingeflochten wurden. Außerdem werden auch einige politische bzw. kirchliche Aspekte dieser Zeit, der Reformationszeit, thematisiert. Dabei wird man niemals mit zu vielen Fakten auf einmal überfrachtet.

Das Buch lässt sich toll lesen, ist auf seine Art immer spannend und wird an keiner Stelle langatmig. Einzig der Prolog erscheint anfangs vielleicht etwas sperrig. Hier wurden viele wichtige Informationen hinein gepackt, die ein konzentrierteres Lesen erfordern. Das hat aber den Vorteil, dass auf dieses Hintergrundwissen später nicht mehr besonders eingegangen werden muss und eventuell den Lesefluss unterbrechen könnte. Ich fand diese Vorgehensweise der Autorin sehr geschickt. Ein Nachwort zum historischen Hintergrund und ein angehängtes Glossar zum Schluss des Buches runden die Geschichte perfekt ab.

Der Schreibstil ist sehr lebendig und bildhaft, so dass ich mich sehr gut in diese Zeit hineinversetzen konnte und von allem eine gute Vorstellung hatte. Dabei sind auch die einzelnen Charaktere wunderbar und lebensecht herausgearbeitet, manchmal hatte ich sogar den Eindruck, sie leibhaftig vor mir zu sehen.

Der Roman ist sicherlich in sich abgeschlossen, dennoch bietet das Ende reichlich Potential für eine Fortsetzung. Ich hoffe sehr, dass es eine solche geben wird.

Fazit

„Die Herrin der Lettern“ ist ein großartiger Debütroman, der alles hat was ein spannender und interessanter historischer Roman braucht – einfach ein wundervoller, unterhaltsamer, aber auch informativer Schmöker. Ich habe mich jedenfalls aller bestens unterhalten gefühlt und würde sehr gerne noch mehr über Magdalena, ihre Zeitgenossen und die Druckerei lesen.

Bewertung

5 von 5 Büchern

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