Café Engel – Eine neue Zeit von Marie Lamballe

Vielschichtige Familiengeschichte mit gut recherchiertem Hintergrund

Buchcover Cafe Engel von Marie Lamballe

Café Engel – Eine neue Zeit

Inhalt

Hilde, Anfang der 1920er Jahre geboren, wächst zusammen mit zwei Brüdern in Wiesbaden auf und erlebt eine recht unbeschwerte Kindheit. Ihre Eltern betreiben in Wiesbaden das Café Engel, beliebter Treffpunkt von Musikern, Sängern, Schauspielern und Künstlern jedweder Art.

Luisa, ihre Cousine, verbringt ihre überwiegend sorglose Kindheit auf einem Gutshof in Ostpreußen. Einzig ihre strenge Großmutter verhält sich ihr und ihrer Mutter gegenüber distanziert und abweisend, denn Luisas Eltern sind nicht verheiratet. Nach dem viel zu frühen Tod ihres schwerkranken Vaters müssen sie und ihre Mutter das Gut verlassen.

Der Krieg bricht aus und für alle beginnt eine schwere Zeit. Doch sowohl Hilde in Wiesbaden, als auch Luisa, die immer wieder gezwungen ist zu flüchten, geben nicht auf und überstehen so mancherlei Unbill.

Im Jahr 1945 kommt Luisa schließlich in Wiesbaden an und findet bei Onkel und Tante Unterschlupf und liebevolle Aufnahme. Nur Hilde ist zunächst von ihrem Auftauchen nicht begeistert und begegnet ihr mit Misstrauen.

Meine Meinung

„Café Engel – Eine neue Zeit“ ist der Auftakt einer geplanten Trilogie. Die Handlung dieses ersten Teils spielt überwiegend im Jahr 1945, als der 2.Weltkrieg sich dem Ende neigt.

Die Geschichte wird aus den verschiedenen Perspektiven der zahlreichen Protagonisten erzählt. Dabei gibt es auch in der Chronologie immer wieder kleine Zeitsprünge. Das bedarf ein aufmerksames Lesen, auch wenn die einzelnen Kapitel entsprechend übertitelt sind. Gleichzeitig bringen diese ständigen Wechsel der Sichtweisen aber auch sehr viel Abwechslung und beleuchten das Geschehen von mehreren Seiten. Mir hat das gut gefallen.

Der Schreibstil selbst ist sehr detailreich und bildhaft. Außerdem merkt man die sehr gute Recherchearbeit der Autorin. Man bekommt einen intensiven Einblick in diese schwierige Zeit und eine Ahnung davon, was die Menschen damals alles durchmachen mussten.

Allerdings ist dadurch die gesamte Atmosphäre im Buch eher bedrückend.

Die einzelnen Charaktere sind sehr vielschichtig angelegt und ihre Wesenszüge sind gut herausgearbeitet. Ich konnte mir die Personen gut vorstellen und ihr Handeln und Denken gut nachvollziehen. Einzig mit Hilde hadere ich ein bisschen. Am Anfang war sie mir richtig sympathisch und ich glaubte, eine toughe junge Frau vor mir zu haben. Das änderte sich jedoch mit dem Auftauchen von Luisa. Ich konnte Hildes ablehnendes Verhalten ihrer Cousine gegenüber kaum verstehen. Irgendwie passt in dieser Beziehung ihr Verhalten gar nicht zu ihr.

Am Ende des Buches ging mir dann alles zu glatt. Gefühlt lösen sich alle Probleme in Wohlgefallen auf und es herrscht überall – wie man so schön sagt – Friede, Freude, Eierkuchen. Das passte für mich so gar nicht zu der ansonsten durchaus ernsten und nachdenklich stimmenden Geschichte.

Fazit

Ich habe diesen vielschichtigen Roman insgesamt sehr gerne gelesen und mich gut unterhalten gefühlt. An der ein oder anderen Stelle hätte ich mir ein klein wenig mehr Leichtigkeit gewünscht, auch wenn es hier um schwierige Zeiten geht. Ich freue mich nun schon auf die Fortsetzung, in der es dann hoffentlich etwas leichter und wieder fröhlicher zugeht. Das Ende dieses ersten Bandes lässt zumindest darauf hoffen.

Bewertung

4 von 5 Büchern

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