Der Klang der Lüge von Liv Winterberg

Solide, aber blieb hinter meinen Erwartungen zurück

Buchcover Der Klang der Lüge von Liv Winterberg

Der Klang der Lüge

Inhalt

Am Anfang des 14. Jahrhunderts erreicht die junge Alissende, aus der Heimat vertrieben und seit langer Zeit auf der Flucht, das kleine (fiktive) Dorf Sériol in den Pyrenäen. Sie und ihre beiden Begleiter werden dort freundlich aufgenommen. Das Leben ist hier zwar eher bescheiden, aber die Dorfgemeinschaft einschließlich des Pfarrers scheint sehr harmonisch und zufrieden zusammen zu leben. Alissende fühlt sich hier von Anfang an wohl, verliebt sich sogar in einen der hiesigen Hirten. Die junge Frau wurde als Säugling von der leiblichen Mutter ausgesetzt und musste schon frühzeitig den Tod ihrer Ziehmutter betrauern. Daher bedeutet dieser neue Lebensabschnitt ein großes, unerwartetes Glück für sie. Offenbar hat sie hier endlich eine neue Heimat gefunden.

Nach und nach muss Alissende dennoch erkennen, dass es auch hier Probleme gibt. Sie ist in eine Gemeinschaft von Katharern geraten, die von der katholischen Kirche immer noch verfolgt werden. Und irgendjemand scheint die Einwohner verraten zu haben. Aber wer? Wem kann sie trauen? Erneut stellt sich ihr die Frage, ob es nicht doch besser wäre, wieder zu fliehen? Oder soll sie den Kampf um ihr Glück aufnehmen?

Meine Meinung

Das Buch lässt sich leicht und flüssig lesen, der Schreibstil ist angenehm und zuweilen recht bildhaft. Man kann dem Geschehen gut folgen. Das behandelte Thema und der historische Hintergrund sind recht interessant.

Allerdings habe ich von der gesamten Umsetzung mehr erwartet. Das Buch hat einen sehr spannenden, etwas mystisch angehauchten, vielversprechenden Anfang. Relativ schnell flacht die Spannung jedoch leider über längere Strecken hinweg stark ab und von Mystik gibt es gar keine Spur mehr. Ich hatte den Eindruck, dass die Geschichte nur noch still vor sich hin plätschert. Erst zum Ende hin gewinnt sie wieder etwas mehr an Tempo. Schon früh war mir dabei aber klar, wer zu den Verrätern gehört.

Die einzelnen Charaktere sind zwar ganz interessant angelegt, insgesamt aber eher zu oberflächlich geblieben. So richtig mitfühlen konnte ich mit keiner der handelnden Personen. Alissendes Wunsch nach Geborgenheit und einer Heimat konnte ich zwar nachvollziehen und verstehen, aber intensivere Emotionen konnte ihr Schicksal bei mir nicht auslösen. Hier wäre sicher noch deutlich mehr Potential vorhanden gewesen, um dem Ganzen mehr Tiefe zu verleihen.

Auch über die Lebensweise der Katharer hätte ich mir noch detailliertere Informationen gewünscht.

Fazit

Das Buch bietet durchaus ein paar angenehme, unterhaltsame Lesestunden zum Entspannen, geht aber für mich nicht genug in die Tiefe. Insbesondere in Hinblick auf die beiden ersten Romane der Autorin („Vom anderen Ender der Welt“ und „Sehet die Sünder“), die mir beide sehr gut gefallen haben, wurden diesmal meine Erwartungen nicht voll erfüllt.

Bewertung

3 von 5 Büchern

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