Der japanische Liebhaber von Isabel Allende

Die Kraft einer lebenslangen Liebe

Buchcover Der japanische Liebhaber von Isabel Allende

Der japanische Liebhaber

Inhalt

Alma Belasco ist eine sehr wohlhabende, souveräne, unnahbar wirkende ältere Dame, die bereits das neunte Jahrzehnt ihres Lebens erreicht hat. Sie lebt seit einiger Zeit in einer kleinen Wohnung der Seniorenresidenz „Lark House“ im nordkalifornischen Berkeley. Als dort die junge Irina anfängt zu arbeiten, bittet Alma diese, ihr als Assistentin zur Seite zu stehen. Da Irina diesen zusätzlichen Verdienst mehr als nur gut gebrauchen kann, stimmt sie zu.
Nach und nach lernen sich die beiden so unterschiedlichen Frauen näher kennen und respektieren. Es entsteht ein enges Vertrauensverhältnis, aus dem letztendlich sogar eine Art Freundschaft hervorgeht. Schritt für Schritt öffnet sich Alma gegenüber Irina und offenbart ihr lang gehütetes Geheimnis. Aber auch Irina hat eine verborgene Seite, die insbesondere Almas Enkel Seth aufdecken möchte.

Meine Meinung

Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven in unterschiedlichen Zeitebenen erzählt. Dazwischen sind außerdem Passagen, die aus dem Briefwechsel zwischen Alma und ihrer großen, geheimen Liebe bestehen, eingestreut. Dies bedarf zwar einiger Aufmerksamkeit, um nicht den Faden zu verlieren, gleichzeitig, wird dadurch aber auch permanent das Interesse und die Neugier des Lesers/der Leserin aufrechterhalten. Dabei gibt es allerdings einige längere, rein erzählende bzw. beschreibende Passagen ohne bzw. mit sehr wenig wörtlicher Rede. Stellenweise ist das ein wenig langatmig, besonders zur Mitte hin. Aber es lohnt sich durchzuhalten. Es entwickelt sich eine sehr schöne, ruhige und anrührende Geschichte mit Tiefgang und vielen Aspekten.

Cover, Klappentext und Leseprobe haben mich sofort angesprochen und ich hatte mich auf ein weiteres tolles Buch dieser Autorin gefreut. Ich wurde auch definitiv nicht enttäuscht, allerdings steckte zwischen den Buchdeckeln eine ganz andere Art von Erzählung, als ich zunächst vermutet hatte. Ich bin von einer eher leichten, etwas geheimnisvollen Liebesgeschichte ausgegangen. Es handelt sich natürlich auch um eine bewegende Liebesgeschichte, aber es steckt noch so viel mehr dahinter. Es geht ebenfalls um Freundschaft, Familienbande und Schicksale in den Kriegswirren. Es gibt leicht philosophisch angehauchte Gedankengänge, ebenso wie informative Ansätze über Aspekte aus dem 2.Weltkrieg, die mir persönlich so gar nicht bekannt waren, wie z.B. das Schicksal der in Amerika lebenden Japaner.

Insgesamt ist dieser Roman also sehr vielschichtig. Manch einem mag sogar zu viel hineingepackt sein und natürlich werden diese Themen auf nur 336 Seiten auch nur eher kurz angerissen, aber für mich hat alles wunderbar zusammengepasst. Und die Ansätze bieten genug Anregung, um darüber nachzudenken, wenn man möchte.

Die einzelnen Charaktere sind sehr lebensnah dargestellt. Ich konnte mich in alle Hauptpersonen hineinversetzen und ihre Gedankengänge nachvollziehen. Sie wirken sehr authentisch und ich konnte mir klare Bilder von ihnen und ihren Lebensumständen machen. Besonders Alma entwickelt sich zu einer außergewöhnlichen, starken, selbstbewussten Frau, die trotz der Konventionen ihrer Zeit ihren ganz eigenen Weg findet.

Fazit

Ich habe diese bewegende Liebesgeschichte mit ansprechendem Hintergrund und fernab von Kitsch sehr gerne gelesen. Sie hat mich einerseits gut unterhalten und andererseits konnte sie mich ebenso zum Nachdenken anregen. Ich freue mich schon auf das nächste Buch dieser großartigen Autorin.

Bewertung

5 von 5 Büchern

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