Die Spionin von Paulo Coelho

Mythos Mata Hari – Was ist Wahrheit und was ist Lüge?

Buchcover Die Spionin von Paolo Coelho

Mythos Mata Hari

Inhalt

Paulo Coelho lässt in diesem Buch die geheimnisumwitterte Mata Hari in einem letzten – fiktiven – Brief selbst zu Wort kommen.

Sie wurde als Margarethe Zelle im August des Jahres 1876 in den Niederlanden geboren und im Jahr 1917 von den Franzosen als Spionin verurteilt. Am 15. Oktober 1917 wurde diese schillernde Persönlichkeit schließlich in Vincennes/Paris hingerichtet. Kurz vor ihrer Hinrichtung ist Mata Hari  noch fest davon überzeugt, dass ihrem Gnadengesuch im letzten Moment noch stattgegeben wird. Sie kann nicht glauben, dass alle sie für schuldig halten und sich keiner ihrer zahlreichen Gönner für sie einsetzt. Damit jedoch für den Fall der Fälle die tatsächliche Wahrheit nicht ganz verloren geht, schreibt sie einen langen Brief an ihren Verteidiger, mit der Bitte, diesen zu gegebener Zeit ihrer Tochter zukommen zu lassen.

Hierin schildert sie sachlich und beinahe ohne Emotionen Begebenheiten aus ihrem Leben, die sie zu der Frau haben werden lassen, die sie letztendlich war: eine freiheitsliebende Frau auf der Suche nach Anerkennung und ein wenig echter Liebe, die immer wieder benutzt und enttäuscht wurde.

Auch den Verteidiger lässt der Autor am Ende des Buches noch Stellung nehmen. In einem Antwortbrief erklärt dieser, wie er vergeblich versucht hat, die Unschuld dieser faszinierenden Frau zu beweisen und ihr Ansehen wieder herzustellen, denn es liegen keinerlei stichhaltige Beweise gegen sie vor. Aber keine seiner Bemühungen fruchtet und ihm wird schnell klar, dass Mata Hari nur das Bauernopfer ist, das Höhergestellte gesucht und gefunden haben. Die Bewunderung für diese unabhängige Frau ist allzu oft in Missgunst, Neid und sogar Angst vor Bloßstellung umgeschlagen.

Meine Meinung

Im Anhang dieses kurzen Buches weist Paulo Coelho ausdrücklich darauf hin, dass es sich hier nicht um eine Biografie handelt. Dennoch ist es offensichtlich gut recherchiert und beinhaltet neben Fiktion zahlreiche Fakten. Er schreibt diese Geschichte so, wie sie hätte sein können. Dabei vermittelt er aber auch gleichzeitig, wie schwierig es in diesem Fall ist, Mythos von Wahrheit und Lüge zu trennen. Vieles ist bis heute ungeklärt und wird es vermutlich auch bleiben. Vielleicht bringt die für das Jahr 2017 vorgesehene Veröffentlichung bisher geheimer Akten ein wenig mehr Klarheit ans Tageslicht.

Coelho selbst urteilt in diesem Buch nicht. Er überlässt es den Lesern, sich ihre eigene Meinung und ihr eigenes Urteil zu bilden. Im Anhang gibt es dazu auch noch den Abdruck eines bekannten Dokumentes und eines damaligen Zeitungsartikels. Ich habe schon einige Bücher des Autors gelesen. Mal haben sie mir ausgesprochen gut gefallen (Der Alchemist), mal weniger (Die Schriften von Acra). Aber ich lasse mich immer wieder gerne von ihm überraschen. So auch dieses Mal. Mit „Die Spionin“ zeigt Paulo Coelho inhaltlich eine etwas andere, für ihn eher untypische Seite von sich. Seinem Schreibstil bleibt er dabei aber treu und er ist für mich daher unverwechselbar.

Insgesamt lässt sich das Buch gut und schnell – nicht zuletzt auch durch die eher geringe Seitenanzahl – lesen. Dabei hätte ich mir an der ein oder anderen Stelle mehr bzw. ausführlichere Informationen gewünscht. Das betrifft insbesondere Mata Hari´s letzte Lebensjahre und ihrer – wenn auch kurzen- Zeit mit ihrem russischen Liebhaber.

Fazit

Die Geschichte war für mich sehr interessant zu lesen und hat mich irgendwie ein wenig neugierig gemacht, vielleicht doch einmal mehr über diese außergewöhnliche Frau zu erfahren. Im Anhang gibt es dazu einige Literaturtipps.

Ich empfehle das Buch gerne weiter, insbesondere auch denjenigen Lesern, die vielleicht mit den ansonsten häufig sehr philosophisch angehauchten Werken des Autors nicht so viel anfangen können.

Bewertung

4 von 5 Büchern

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