Wer ist B. Traven? von Torsten Seifert

Des Rätsels Lösung?

Buchcover Wer ist B. Traven von Torsten Seifert

Wer ist B. Traven?

Inhalt

Im Jahr 1947 erhält der in Amerika lebende Journalist Leon Borenstein den Auftrag, heraus zu finden wer der bekannte Schriftsteller, der sich hinter dem Pseudonym B. Traven verbirgt, wirklich ist. Seine Recherchen führen ihn zunächst nach Mexiko. Hier wird gerade „Der Schatz der Sierra Madre“, ein erfolgreiches Buch des geheimnisvollen Autors, mit Humphrey Bogart in der Hauptrolle verfilmt. Ebenfalls am Setting aufhalten soll sich Hal Croves, der vermeintliche Sekretär von Traven. Aber Leons Bemühungen, Konkretes zu erfahren, erweisen sich als schwierig. Es gibt zu viele, zum Teil abenteuerliche Gerüchte um den gefragten Autor.

Vor Ort lernt Leon die schöne und ein wenig geheimnisvolle Maria kennen. Weiß sie vielleicht mehr über B. Traven? Leon ist jedenfalls fasziniert von dieser Frau und verabredet sich mit ihr.

Als auch diese Spur ihn enttäuscht, kehrt Leon zunächst nach Hause zurück. Doch die Angelegenheit lässt ihm keine Ruhe. Schließlich findet er einen neuen, vielversprechenden Hinweis, der ihn nach Wien führt. Wird er hier des Rätsels Lösung finden?

Meine Meinung

Vor der Lektüre dieses Buches kannte ich zwar den Namen B. Traven und konnte ihm das ein oder andere Buch zuordnen, mehr aber auch nicht. Vor allem war mir nicht bekannt, welche Geheimnisse und Gerüchte sich um diesen berühmten Autor ranken.

Ich habe mich also zunächst einmal ein wenig darüber schlau gemacht, um besser einschätzen zu können, was in diesem Buch der Realität entspricht und was Fiktion ist. Nach der Lektüre muss ich nun sagen, dass es dem Autor Torsten Seifert hier ausgesprochen elegant gelungen ist, beides zu vermischen. Er hat um tatsächliche Fakten herum einen tollen Roman gesponnen, mit einem Geschehen, wie es wirklich hätte sein können. Er bietet am Ende eine Lösung an, die realistisch erscheint, aber dennoch Luft für weitere Spekulationen lässt.

Zu Beginn hat mich beim Lesen ein regelrechter Sog erfasst. Ich war neugierig und bin Leon gespannt auf seiner Suche gefolgt. Besonders seine Begegnung mit Humphrey Bogart hat mir große Freude bereitet. Allerdings entwickelte sich die Geschichte dann auf den ersten Blick etwas träge. Das ein oder andere Mal fragte ich mich, was das alles soll bzw. Zusammenhänge ließen sich nur vage erahnen. Erst später erklärt sich einiges, der Kontext wird klar und die Geschichte nimmt deutlich an Fahrt auf. Die letzten Seiten lang konnte ich das Buch dann wieder nicht mehr aus der Hand legen.

Auch mit Protagonist Leon ist es mir ähnlich ergangen. Zunächst wirkte er interessiert und engagiert, zuweilen ein ganz klein wenig überheblich. Schnell kam mir dann der manchmal etwas begriffsstutzige Journalist eher oberflächlich und stellenweise sogar gelangweilt vor. Im Laufe der Geschichte entwickelte Leon sich aber zu einer durchaus sympathischen Persönlichkeit, dessen Handeln man als Leser/in gut nachvollziehen kann.

Es gab einige spannende und interessante Episoden sowie Begegnungen in diesem Roman, die das Interesse und die Neugier wach halten. Allerdings gab es genauso Stellen, die mir so, wie sie geschildert wurden, zu oberflächlich (z.B. die Begegnung mit Frank) bzw. sogar überflüssig (Beichtstuhlszene mit Maria) erschienen.

Beeindruckend finde ich den Schreibstil des Autors. Torsten Seifert schafft es, ohne große Schnörkel ein regelrechtes Kopfkino entstehen zu lassen. Sehr viele Momente konnte ich mir sehr bildhaft vorstellen. So manches Mal hatte ich das Gefühl, dass ich gar nicht lese, sondern einen Film schaue.

Fazit

„Wer ist B. Traven?“ ist für mich ein rundherum gelungenes Buch: intelligent, spannend und informativ. Es hebt sich mit seiner Art aus der Masse der Bücher ab und bietet in meinen Augen etwas Besonderes. Ich habe es sehr gerne gelesen und empfehle es genauso gerne weiter.

Außerdem bin ich neugierig auf B. Traven geworden und werde demnächst sicher auch ein Buch von ihm lesen.

Ergänzung

Das Buch ist bereits im Jahr 2016 unter dem Titel „Der Schatten des Unsichtbaren“ erschienen und nun nach leichter Überarbeitung erneut mit dem Titel „Wer ist B. Traven“ herausgegeben worden. Der neue Titel und auch das neue Cover sind für mein Empfinden viel passender und treffender gewählt.

Außerdem ist die Figur des Leon bei www.netgalley.de, die dieses Jahr den NetGalley Buch Oscar ins Leben gerufen haben, in der Kategorie „Beste männliche Hauptfigur“ nominiert.

Bewertung

5 von 5 Büchern

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