Raum von Emma Donoghue

Ein intensiver Roman mit bleibendem Nachhall

Buchcover Raum von Emma Donoghue

Raum

Inhalt

Der fünfjährige Jack lebt zusammen mit seiner Ma in einem 12 m² kleinen Raum vollkommen isoliert von der übrigen Welt. Er wurde dort geboren und ist dort aufgewachsen. Er kennt nichts anderes. Dieser Raum ist seine Welt. Seine Ma wurde als 19-jährige seinerzeit entführt und wird seit nunmehr sieben Jahren dort von ihrem Kidnapper „Old Nick“ gefangen gehalten. Mutter und Sohn werden von ihm nur mit dem Allernötigsten versorgt und müssen immer damit rechnen, dass er ihnen dieses Wenige auch noch entzieht. Aber dennoch ist Jack scheinbar auf seine Weise zufrieden und fast schon glücklich – er kennt ja nichts anderes.

Als sich eines Tages die Möglichkeit zur Flucht bietet, stellt Jack großen Mut unter Beweis, aber er hat auch riesige Angst. Er hat eben, wie er selbst sagt große „Mungst“. Im „Draußen“, d.h. in der echten Welt, ist Jack stark verunsichert. Er muss sich erst an alles gewöhnen. Auch seine Ma muss erst lernen, sich wieder zurechtzufinden. Und das ist alles andere als leicht.

Meine Meinung

Ich habe lange gezögert, diesen Roman zu lesen. Nach einer Leseprobe hatte ich ursprünglich entschieden, dass dieses Buch wohl eher nichts für mich ist. Der gewöhnungsbedürftige Schreibstil, d.h. die Sprache des kleinen Jack, ging mir fast schon auf die Nerven. Aber nach vielen positiven Kritiken und Äußerungen von Bekannten, wie „Das musst du unbedingt lesen“, habe ich mich schließlich doch dazu durchgerungen, es mit der Lektüre zu versuchen. Und ich muss sagen, ich wurde definitiv nicht enttäuscht. Ich konnte das Buch letztendlich nicht mehr aus der Hand legen.

An den Sprachstil hatte ich mich recht bald gewöhnt und musste feststellen, dass er letztendlich wunderbar zu der kindlichen, grammatikalisch häufig völlig falschen Ausdrucksweise dieses unter so außergewöhnlichen Umständen aufgewachsenen kleinen Jungen passte. Denn die ganze Geschichte ist aus der Perspektive von Jack erzählt. Und diese Sicht aus Kinderaugen macht das Buch für mich so besonders. Vieles bleibt unausgesprochen, weil Jack es nicht versteht. Aber der Leser kann durchaus dahinter schauen und bekommt so einen intensiven Einblick in das schreckliche und erschütternde Schicksal von Mutter und Sohn. Ein wenig tröstlich dabei ist, dass Jack sich seiner schlimmen Situation gar nicht bewusst ist. Seine Ma tut alles dafür, um ihm das Leben so erträglich wie irgend möglich zu machen und seine kindliche Sicht solange wie möglich zu bewahren. Und manchmal muss man aufgrund dieser kindlichen Naivität sogar ein ganz klein wenig schmunzeln.

Fazit

Bei mir hat dieser bewegende Roman sehr vielfältige Gefühle ausgelöst, wie z.B. Entsetzen, Wut, Trauer und Mitleid, um nur ein paar zu nennen. Das Buch hat mich letztendlich beeindruckt und sehr nachdenklich gemacht. Es wird sicher noch sehr lange in mir nachhallen.

Bewertung

5 von 5 Büchern

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