Das Schneemädchen von Eowyn Ivey

Eine bittersüße, märchenhafte Erzählung

Buchcover Das Schneemädchen von Eowyn Ivey

Das Schneemädchen

Inhalt

Jack und Mabel leben in der einsamen Wildnis Alaskas. Sie haben sich dorthin zurückgezogen, um einen Neuanfang zu wagen und endlich Ruhe zu finden. Insbesondere Mabel kann den Verlust ihres Babys nicht verwinden, der unerfüllte Kinderwunsch belastet sie sehr und sie kann dem Trubel eines städtischen Lebens nicht mehr standhalten.

In der Abgeschiedenheit führen sie ein beschwerliches Leben, besonders die Winter sind extrem hart. Sie haben kaum Kontakt zu anderen Mitmenschen. Einzig zur Familie Benson entwickelt sich mit der Zeit eine aufrichtige Freundschaft.

Eines Tages taucht im tief verschneiten Wald ein kleines Mädchen auf. Es ist offenbar mutterseelenallein und zunächst recht scheu. Immer wieder verschwindet es. Erst nach und nach gewinnt das Mädchen Zutrauen zu Mabel und Jack. Immer öfter taucht sie auf und besucht sie schließlich regelmäßig. Aber dennoch lässt sie sich dann erneut den ganzen Sommer über nicht blicken. Erst im darauf folgenden Winter ist das Mädchen plötzlich wieder da. Die Eheleute stehen vor einem Rätsel. Wo kommt das Kind her? Wo sind die Eltern? Auch hat niemand anderes es bisher jemals gesehen.

Mabel fühlt sich an ein altes Märchen aus Kindertagen erinnert. Von diesem Märchen gibt es viele verschiedene Varianten, doch immer endet es traurig. Mabel ist äußerst besorgt, hat sie das Mädchen Faina doch längst in ihr Herz geschlossen. Doch Faina scheint gut zurechtzukommen und glücklich und zufrieden zu sein. So geht es einige Jahre, bis aus dem Mädchen eine junge Frau geworden ist….

Meine Meinung

Was für eine wunderschöne, ruhige, manchmal etwas traurige Erzählung! Dazu passt der manchmal leicht poetisch anmutende Sprachstil meines Erachtens hervorragend. Es gibt wunderschöne Beschreibungen der wilden und rauen Natur Alaskas, besonders während der schneereichen Winterzeit.

Die Figur des Schneemädchens ist einfach zauberhaft dargestellt. Sie wirkt anmutig und nahezu ungebändigt zugleich. Immer bleibt sie jedoch irgendwie ein Rätsel, sodass man sich immer wieder die Frage stellen muss, existiert sie wirklich oder ist sie nur eine Traumfigur? Das Unwirkliche an ihr wird in meinen Augen noch durch eine stilistische Besonderheit hervorgehoben: bei Gesprächen mit ihr fehlen die Anführungszeichen der wörtlichen Rede. Man fragt sich dadurch besonders zu Anfang unwillkürlich, ob diese Gespräche tatsächlich stattfinden oder ob sie nur Einbildung sind.

Auch die anderen Protagonisten haben mir in ihrer teilweise ganz eigenen Art gut gefallen. Da wären z.B. die resolute, nicht gerade auf den Mund gefallene Mutter Esther Benson oder auch ihr manchmal mürrisch wirkender, aber äußerst hilfsbereite Sohn Garrett und nicht zuletzt natürlich Mabel und Jack selbst, die einander in tiefer Liebe verbunden sind.

Fazit

Ich habe mich sehr gerne in diese märchenhaft anmutende Welt entführen lassen und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Ich habe diese Geschichte von der ersten bis zur letzten Seite genossen und empfehle es allen, die gerne ruhigere Erzählungen mit einem ganz kleinen magischen Touch mögen, sehr gerne weiter. Ich hoffe auf viele weitere tolle Bücher dieser Autorin.

Ergänzung

Es ist jetzt fast fünf Jahre her, dass ich dieses zauberhafte Buch gelesen habe, aber immer noch habe ich Bilder im Kopf. Ich habe meine Rezension dazu nun rausgesucht, da nun endlich nach so langer Zeit in Kürze ein neues Buch von Eowyn Ivey erscheint. Es heißt „Das Leuchten am Rand der Welt“ und die deutsche Fassung soll am 18. August 2017 veröffentlicht werden. Ich freue mich riesig darauf und hoffe sehr, dass es mindestens genauso gut geworden ist wie dieses hier.

Bewertung

5 von 5 Büchern

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