Die Geschichte der Bienen von Maja Lunde

Überraschend beeindruckend

Buchcover Die Geschichte der Bienen von Maja Lunde

Die Geschichte der Bienen

Inhalt

Dieser wunderbare Roman ist in drei ganz und gar unterschiedliche Erzählstränge gegliedert.

Er beginnt mit der Geschichte von Tao in ferner Zukunft. Tao lebt im Jahr 2098 in China auf dem Land. Sie ist verheiratet und hat einen kleinen Sohn. Und sie ist eine von unzähligen Arbeiterinnen, die in mühevoller, strapaziöser Art und Weise Bäume von Hand bestäuben, um das Überleben der Menschheit zu sichern. Denn Bienen, die diese Aufgabe früher übernommen haben, gibt es schon lange nicht mehr. Für ihren kleinen Sohn wünscht Tao sich jedoch ein besseres, einfacheres Leben. Sie ist beinahe besessen davon, ihm die notwendige Bildung zukommen zu lassen. Doch eines Tages, während eines Ausflugs, leidet der Junge plötzlich unter akuter Atemnot und bricht bewusstlos zusammen. Er wird sofort ins Krankenhaus gebracht, doch die Eltern werden zunächst im Unklaren darüber gelassen, was mit ihm geschehen ist. Sie dürfen ihn nicht sehen, es wird ihnen nicht mitgeteilt, was er hat und schließlich wird er sogar nach Peking verlegt. Tao ist verzweifelt und setzt alles daran herauszufinden, was mit ihrem geliebten Kind geschehen ist. Das, was sie dabei herausfindet, erschüttert sie zutiefst, weckt aber letztendlich zugleich auch große Hoffnungen für die gesamte Menschheit.

Der zweite Erzählstrang spielt in der schon weit zurückliegenden Vergangenheit des Jahres 1852. Der Engländer William Savage ist Biologe und Naturforscher. Neben seinen Forschungen betreibt er zusätzlich noch als Samenhändler ein Geschäft, um seine Frau und seine zahlreichen Kinder ernähren zu können. Dabei bleiben seine Forschungen aber immer weiter auf der Strecke. Aus diesem Grund wendet sich schließlich sein Mentor und Förderer von ihm ab. William verfällt daraufhin in eine tiefe Depression und verlässt wochenlang weder Zimmer noch Bett. Erst als er ein Buch über Bienen in die Hände bekommt, wird seine Neugier und sein Forscherinstinkt wieder geweckt. Er hat eine in seinen Augen bahnbrechende Idee und geht mit Feuereifer daran, diese in die Tat umzusetzen. Er will einen völlig neuartigen Bienenstock entwickeln, der sowohl Imkern wie auch gleichermaßen Naturforschern die Arbeit erleichtert. Als große Hilfe dabei entpuppt sich seine Tochter Charlotte. Der Erfolg ist zum Greifen nahe, doch da ereilt ihn ein herber Rückschlag.

Der dritte Teil des Romans findet in unserer gegenwärtigen Zeit, genauer gesagt im Jahr 2007, statt. George lebt und arbeitet zusammen mit seiner Frau und seinem erwachsenen Sohn Tom in Ohio als Imker. George hat den Betrieb von seinem Vater übernommen und erwartet auch von seinem Sohn, dass dieser die Tradition fortführt. Doch Tom studiert und will Journalist werden. Aber George gibt die Hoffnung nicht auf und arbeitet hart und verbissen für seinen Traum. Er will den Hof sogar noch vergrößern. Alles scheint gut zu laufen. Seine Bienenstöcke baut er nach alter Tradition selbst. Als Grundlage hierfür dienen alte Pläne der Familie. Das ist zwar mühselig und kostenintensiver, aber seiner Ansicht nach besser für die Bienen. Eines Tages jedoch verschwinden in der Umgebung aus unerklärlichen Gründen immer mehr Bienen, bis es schließlich auch ihn trifft. George ist am Boden zerstört.

Meine Meinung

Diese drei Schicksale werden immer abwechselnd in recht kurzen Kapiteln in Ich-Form aus der Sicht des jeweiligen Protagonisten erzählt. Zunächst hat man den Eindruck, jeder Teil für sich könnte eine eigenständige Geschichte sein. Einziges Bindeglied ist vordergründig das Thema „Bienen“. Doch alle drei zusammen zeigen noch viel mehr auf. Es wird auf eindringliche Weise deutlich, welch große Auswirkungen unser heutiges Handeln auch auf die Zukunft der Menschheit haben kann, und dass wir bedacht mit unserer Natur und Umwelt umgehen sollten.

Am Ende des Buches wird schließlich auch klar, inwieweit diese Teil-Geschichten miteinander verwoben sind.

Mir hat dieses Buch ausgesprochen gut gefallen. Es beinhaltet natürlich viele Informationen rund um das Thema „Biene“ bzw. „Imkerei“, aber wie bereits erwähnt, bietet es noch viel mehr und regt zum Nachdenken an. Jede einzelne Geschichte für sich war auf ihre Weise spannend und faszinierend. Ich war immer neugierig, wie es wohl weiter geht und welches Schicksal die jeweiligen Protagonisten wohl erwartet bzw. welchen Zusammenhang es am Ende gibt.

Der Schreibstil wirkt zu Anfang vielleicht ein wenig distanziert und – genau wie der Titel – irgendwie ein wenig sachlich, aber das legt sich meines Erachtens recht schnell, wenn man sich eingelesen hat. Ich habe auf jeden Fall mit jedem Einzelnen mit gehofft und gebangt und konnte sowohl ihre Gedanken und Gefühle als auch ihre Handlungsweisen gut nachvollziehen.

Fazit

Insgesamt hat mich dieser Roman stark beeindruckt und er wird sicher noch lange in mir nachklingen. Insbesondere auch weil ich bisher nichts Vergleichbares gelesen habe.

Bewertung

5 von 5 Büchern

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